Taichung, 08. Dezember 2001

Ni Hao,

heißt wohl Guten Tag, wie der Dominic ja auch schon im G-Book von Rudi benutzt hat. Also, da bin ich nun, in Taiwan, weit weg von daheim, unter gaaaaanz vielen Chinesen. Aber ich beginne lieber mal ganz vorne.

Eigentlich beginnt die Geschichte ja schon am 02.12.2001, es begab sich nämlich so, dass ich, nachdem ich kurz vor dem Nervenzusammenbruch war, meine Packerei für beendet erklärt habe um dann zu Rudi zu gehen um Abschied zu feiern. Also eigentlich war ich zu diesem Zeitpunkt schon so „durch den Wind“, dass ich noch nicht einmal mehr an Abschied feiern gedacht habe, aber dafür hat man ja Freunde….Also ist der Rudi in den Kiosk gegangen, hat Wein gekauft und mich empfangen. Es dauerte auch gar nicht lange da kam die Birgit (ebenfalls mit Wein) auch dazu, nachdem  sie vorher noch für mich die CDs organisiert hat (für Insider) – danke für das Engagement (hihi)! Und ich muss ja mal sagen, Abschied feiern können die beiden echt klasse, keine (oder fast gar keine) Chance mal trübsinnig zu sein, schön gesungen haben wir! Bis morgens um drei! Jaja, und um sieben musste ich schon wieder aufstehen, aber wenn man muss, dann geht das ja auch irgendwie. Um ca. 7.40 Uhr ist dann mein Papa gekommen um mich zum Flughafen zu bringen. Papa und Rudi haben dann meine 50 kg Gepäck (Schande über mich) runtergeschleppt, dann habe ich mich schnell (ganz schnell, weil Weinen macht die Sache auch nicht leichter) von Rudi verabschiedet und schwups ging es los, über die „Dörfer“, weil ja auf den Autobahnen eh immer Stau ist. Am Solinger Kreuz dann der erste Versuch auf die Autobahn, aber mein „streckenkampferpropter Vater“ wollte doch erstmal wieder in die andere Richtung. Kein Problem, war ja nur ein Versehen, husch husch, wieder runter um dann in die richtige Richtung zu fahren. Am Düsseldorfer Flughafen angekommen, schnell zum Check In, nur leider hatte ich erstens gewaltig Uebergepaeck, und zweitens eine „Neue“ am Schalter, quasi ein Azubi, was ein Ärger, normalerweise kann man ja verhandeln, aber die Dame war so damit beschäftigt ihren Job zu machen, mit Hilfe einer anderen Dame, die ihr natürlich nicht beibringen konnte dass man schon mal ein paar Kilos „ignorieren“ kann. Natürlich nicht die gesamten 20 kg, aber immerhin ein paar, alles schon erlebt. Naja, ich musste also dann zum nächsten Schalter um meine „Strafe“ zu bezahlen, die Dame dort hat dann erstmal wieder bei der ersten angerufen und ihr erklärt, dass sie wenigsten 8 kg hätte ignorieren müssen, das wäre so Usus bei Lufthansa….naja, wie auch immer, jedenfalls habe ich viel Geld zahlen müssen…..

So, dann hatte ich ja noch eine Holzstange für eine unserer „Sitz-hängematten“ dabei, die musste noch am Extra-Schalter abgegeben werden….Als dann endlich alles eingecheckt war, haben wir dann noch einen Kaffe getrunken, ein wenig gequatscht, aber irgendwann wurde ich dann rappelig und wollte schon mal zum Gate. Irgendwie sind Abschiede für mich leichter, wenn es schnell geht! Also habe ich mich dann von meinem Vater verabschiedet, bin durch die Handgepäckkontrolle gegangen, und mein lieber Vater hatte natürlich einen Fotoapparat dabei und hat immer schön fleißig fotografiert, bis die Zöllner bemerkten, dass dieses ja verboten sei, wegen Sicherheitsbereich und so, prompt kam noch einer der Herren zu mir, um ein kleines Scherzlein zu mache „kommt nur aufs Bestechungsgeld an“ oder so ähnlich, hahaha! Naja, jedenfalls bin ich dann eigentlich direkt zum Gate, in den Flieger nach Frankfurt. In Düsseldorf bin ich dann auch noch mit einem Mann ins Gespräch gekommen, der ebenfalls nach Taiwan flog, und das auch nicht zum ersten mal, und der mir dann anbot, ich solle mich doch an ihn halten, da der Weiterflug von Frankfurt nach Hong Kong von einem Gate ging, welches ich nur mit dem Sky-Train (oder so ähnlich) erreichen könne. Sehr nett! Gesagt, getan, in Frankfurt hat er dann auch tatsächlich auf mich gewartet, wir haben ein wenig geplaudert, und uns dann wieder für Hong Kong verabredet, da er dort auch noch mal zum Schalter von Cathey Pacific müsse, und ich musste da ja auch noch hin, wegen der Meilen, man soll ja schließlich nichts verkommen lassen. In Hong Kong hat er wieder auf mich gewartet, mich quasi geleitet, und dann ging es auch schon ziemlich hektisch weiter nach Taipeh, wir waren nämlich ein wenig verspätet. Der Pilot der letzten Maschine hat sich dann auch widerrum für den verspäteten Abflug entschuldigt, da noch auf Gepäck gewartet würde, wahrscheinlich unseres! Die Flüge an sich waren alle sehr gut, sehr bequem (ich liebe Business), sehr guter Service….In Taipeh angekommen, auch alles kein Problem, mein sämtliches Gepäck war ruck zuck da, nur die Stange nicht, klar dass irgendwas schief gehen musste. Also musste ich erst mal los, meinen Verlust melden, nun erklärt mal einem Chinesen, was eine Holzstange für eine Sitzhängematte ist….hahahahahahaha! Naja, irgendwie ging das auch! Dann also raus und wieder nach einem Schild suchen auf dem der Name des Joint Ventures (HBP – steh für Hochtief, Ballast Nedam und Pan Asia) steht, schließlich sollte ich ja von einem Fahrer der Baustelle abgeholt werden…..und siehe da, auch das hat geklappt, sogar mit meinem Namen auf dem Schild, hurra! Koffer ins Auto und auf nach Taichung. Zuerst ging das auch alles ganz reibungslos, bis ich plötzlich ein etwas ungutes Gefühl den Fahrer betreffend bekam. Irgendwie fuhr der etwas seltsam, immer auf der rechten Spur, mal Gas mal kein Gas, dann fuhr er auch leichte Schlangenlinien, reckte sich, streckte sich, raufte sich die Haare (alles auf dem Highway). Ich war schon kurz davor ihn zu fragen ob ich fahren soll, aber irgendwie sind wir dann doch in Taichung angekommen. Nun hatte der Fahrer auch noch den Auftrag im Büro- anzurufen um Bescheid zu sagen dass ich nun ja da bin, und vor dem Haus stehe, in dem wir wohnen, damit Armin mich auch empfangen kann. Das hat er natürlich nicht getan, allerdings habe ich ihn daran erinnert, und dann hat er auch schön artig angerufen und Bescheid gesagt (allerdings erst als wir schon vor dem Haus standen). Nachdem er dann noch einen Rückruf erhielt, dass Armin auf dem Weg sei, habe ich ihn weggeschickt. So stand ich also ca. 15 Minuten vor dem Haus, mittlerweile funktionierte auch mein Handy wieder (vorher leider nicht), so habe ich also kurz mit Armin gesprochen  als er auch schon auf dem Weg war! Tja und dann kam er auch schon angefahren, hielt kurz um mir zu sagen dass er das Auto eben in die Tiefgarage fährt. Ich sollte dort stehen bleiben! Das tat ich natürlich auch, nach einer Weile kam dann ein total erboster Armin, fauchte erstmal den Portier an…..zur Erklärung an diesem Tag gab es wohl einige Stromprobleme und Armin war mehr oder wenigen in der Tiefgarage eingesperrt, hat dann aber durch Zufall eine offene Tür entdeckt. Zur Erklärung: in diesem Haus geht nichts ohne eine Karte, mit dieser Karte öffnet man Türen und bedient auch den Fahrstuhl….alles voll elektrisch hier! Naja, der Fahrstuhl funktionierte, Gott sei Dank, und so bin ich dann letztendlich angekommen. Armin musste dann zwar noch einmal arbeiten gehen, was vorher nicht so abgemacht war, eigentlich hatte er den Nachmittag frei…, aber so ist das eben! Ich habe dann in der Zeit ausgepackt, und als ich fertig war, kam Armin auch schon wieder nach Hause! Am Abend haben wir uns dann mit Peter und Jon zum Essen verabredet, in einer Pizzeria, geführt von einem Holländer, der sehr gut Deutsch spricht…hihihihi! Sehr international hier, wie mir scheint! Mittwoch, Donnerstag und heute waren wir nach der Arbeit eigentlich immer nur in irgendwelchen Einkaufszentren, davon gibt es hier massig! Am beeindruckensten war das „japanische Kaufhaus“, warum auch immer das japanisch sein soll? Designer über Designer, unglaublich, Armin und ich haben auch einstimmig festgestellt, dass dieses Shoppingcenter genau das Richtige für Ela und Jeno wäre (hahahahahahaha, wie gut dass ich so weit weg bin) man kommt rein und steht vor Shops von „Luis Beton“, Prada, Dior, und wie sie noch alle heißen…..dann noch alle Varianten von Kosmetik, und ich befürchte eine ganze Etage nur mit Schuhen, ohjeh! Unten gibt es lauter „ Chinese Fast Food“, dort haben wir dann auch gegessen, und ich habe es tatsächlich geschafft mit Stäbchen zu essen, Besteck gibt’s ja nicht! Heute waren wir nur in einem der unzähligen riesigen Supermärkte, also nix spannendes! Morgen gehe ich wohl das erste mal aus! Na da bin ich ja mal gespannt! Erst Essen mit Markus (Kollege aus Indien) und englischen Kollegen aus Armins Abteilung, dann Kneipe mit Peter und Jon, na dann! Natürlich werde ich berichten!

Aber ich kann euch schon mal ein wenig Vorfreude bereiten, zu Armins Geburtstag (also das Wochenende nach seinem Geburtstag) haben sich Peter und Jon schon eine Marschroute überlegt. Hier gibt es neben unzähligen Karaoke Bars wohl auch noch diverse Einrichtungen, in denen man irgendwie „ballroom dancing“ macht, was immer das auch bedeutet, ich glaube dort gibt es Automaten, auf denen man steht und die Schrittfolge eines Tanzes eingeblendet wird, und denen man dann halt folgen muss ?!?!? Na das wird ein Spaß, danach geht es natürlich noch zum Karaoke und mehr weiß ich noch nicht. Ich befürchte ich muss die Videokamera mitnehmen! Aber bis dahin ist ja noch ein paar Tage Zeit!

So, nun soll es aber erst einmal genug sein! Ich weiß ja, dass ich auch Bilder schicken soll! O.K., die Beschreibung unserer Wohnung noch eben ganz kurz: siebte Etage, ein Wohnzimmer mit Küche, ein Schlafzimmer, ein Ankleidezimmer (also nur zwei Schränke, eine Computerzimmer und zwei Badezimmer, alles weiß gefliest und auch ganz nett eingerichtet, graue Sofas, Möchtegern-Buche Regale und Esstisch (alles von IKEA, gibt’s in Taipeh), zwei kleine Balkone (auf einem steht die Waschmaschine und der Trockner). Aber vielleicht ziehen wir noch mal um, aber dazu ein anderes mal! Jetzt muss ich aber wirklich mal ins Bett(ist schließlich schon 04.00 Uhr morgens)

Liebe Grüsse

BINE ;-)

PS: Schreibfehler bitte ich zu entschuldigen *g*

 

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