Taichung, 27. August 2002

 

O.K., ich werde jetzt nicht erwähnen, dass es schon Ewigkeiten her ist………..eben…

Also, viel ist passiert, wohl aber nichts Erwaehenswertes???? Hhhmmm, so würde ich das nun auch wieder nicht ausdrücken. Schließlich hat man mich meines Lotterlebens ent……(ach herrje, nun fallen mir die Worte bzw. Formulierungen auch noch schwer). Also, noch mal………

 

HALLO DU LIEBER BERICHTELESER!

Wie schoen dass Du hierher gefunden hast!

 

Ach, ist das alles schwierig, ich glaube ich muss mir mal nen Gläschen Wein genehmigen, dann kommt auch die …….Moment mal eben…..

 

So, jetzt also quasi mit Hilfsmitteln! In diesem Fall ein Rotwein „Jacob’s Creek’ Shiraz Cabarnet“, ist einer der Weine hier die einigermaßen erschwinglich sind, was bedeutet ca. NT$ 400.00, was widerrum bedeutet ca. DM 25.00, ach gibt’s ja gar nicht mehr die DM, also, dann wohl so ca. EURO 12.50 (hab kein Eurozeichen auf der chinesischen Tastatur *gggg*). Jaja, ein leidiges Thema, der Wein, ganz schön teuer der Spaß hier, aber das könnt ihr ja jetzt auch nicht ändern, oder? Und überhaupt ist das Trinken von Alkohol während der Woche ja eh jetzt nicht mehr so angesagt, da das liebe Binchen ja nun einer geregelten Arbeit nachgeht, und da sollte man ja morgens auf dem Scooter besser bei Sinnen sein, um zur Arbeit zu kommen (keine Sorge, werde mich auch heute Abend nicht bis zur Besinnungslosigkeit betrinken).

Also, nachdem ich den vorhergehenden Satz gerade noch mal gelesen habe, möchte ich doch mal eben erwähnen, dass ich, bevor ich angefangen habe zu arbeiten, natürlich nicht jeden Abend alkoholische Getränke zu mir genommen habe (könnte missverstanden werden), sondern, dass es ‚damals’ halt einfach egal war……alles klar? Gut! So! Nun habe ich immer noch nix Ordentliches von mir gegeben, aber das erwartet doch auch keiner, oder?

Peter hat mich doch tatsächlich als „the patient Story Writer“ bezeichnet….wobei ich dann erstmal die Bedeutung von ‚patient’ in diesem Zusammenhang nachschlagen musste – ‚beharrlich, geduldig oder langmuetig’ – soso, was er damit wohl meint? Jedenfalls hat mich das inspiriert mal wieder zu schreiben, und dann kommt nur Unsinn dabei raus, tststs! Ich vergaß zu erwähnen, WO Peter mich so bezeichnet hat, jaja, unsere ‚Nochnachbarn’ haben seit Neustem auch eine Homepage, und zwar www.kylie-and-peter.com , dort erfahrt ihr alles über einen bevorstehenden Umzug in das Land der Schafe und der nicht-fliegenden Vögel, inklusive Hausbau und so! Womit dann auch erwähnt wäre, dass Kylie und Peter uns im Januar verlassen, schade, schade!

Nun mal zu meinem Job, ich bin jetzt ein „Personnel Officer“, toll was? Das bedeutet erstmal, dass ich in der Personal Abteilung des Joint Ventures angestellt bin, tja und mein Job ist es die ‚expatriates’  

expatriate                    ständig im Ausland lebende Person  

expatriate                    der Auswanderer 

expatriate  adj.             nicht einheimisch  

expatriate  adj.             ständig im Ausland lebend  

to expatriate                ausbürgern 

to expatriate so.          jmdn. Ausbürgern

zu verwalten! Kann man schlecht beschreiben, ich arbeite mit einer Datenbank, vielen Excel-Dateien, und seit neustem auch mit Visio, halte nach, wer wann, für wen, wie lange, warum ;-) arbeitet. Und glaubt es oder nicht, es macht sogar Spaß! Wer hatte das gedacht? Kurz bevor ich den Job angetreten bin, war ich schon ein wenig, sagen wir mal, desorientiert, ist ja auch kein Wunder, konnte schließlich auch ein paar Jahre tun und lassen, was ich wollte! Nun, das habe ich aber schnell überwunden *ggg*, und nun gehe ich fröhlich jeden Morgen (von Montag bis Freitag) zur Arbeit! Armin musste dann auch erstmal ein wenig leiden, da ich früher aufstehen wollte als er, aber daran hat er sich auch schon fast gewöhnt! Das frühe Aufstehen ist mittlerweile auch nicht mehr ganz so einfach, zu Anfang bin ich noch ruck zuck aus dem Bett gekommen (kein Wunder, nach mehrjähriger Erholungsphase), jetzt ist es schon etwas schwieriger, aber ich bin noch nicht einmal zu spät gekommen (unglaublich und das mir –also bei der Arbeit- sonst ja eh nicht…oder?). Was auch noch sehr angenehm ist an meinem Job, ist dass ich 7 Stunden pro Tag arbeiten muss, das heißt, ich kann mir selbst einteilen, ob und wie lange ich ‚Lunchbreak’ mache, so kann ich bestenfalls um 15.00 h schon wieder gehen, das ist doch mal fein! So könnte ich, wenn ich es dann wollte, mich noch um den Hausputz, die Wäsche etc. kümmern (leidiges Thema), aber na ja, die Hemden gehen mittlerweile in die Wäscherei (nicht des Waschens wegen, sonder wegen der doofen Buegelei – ich hasse buegeln -) und der Rest ist ja nicht sooooo schlimm (nicht dem Armin sagen). Im personnel department arbeiten noch 6 taiwanesische Kolleginnen, unser Chef ist aus Deutschland, und unser Vizechef ist ein Inder. Und ich würde mal so sagen, ich habe ein echt gutes Büro- erwischt, Arbeitsklima ist wunderbar und meine Kolleginnen lachen den ganzen Tag über mich ,warum weiß ich nicht ;-) ! Ich sitze in einem Raum mit Crystal, ihreszeichen Taiwanesin, mit nahezu perfekten Deutschkenntnissen (sie hat in Deutschland Deutsch als Fremdsprache studiert), und schön frech ist sie auch! Mit den restlichen Mitstreiterinnen spreche ich Englisch, was ja eh quasi ‚Amtssprache’ im Job ist! Und auch das klappt mittlerweile hervorragend, will sagen, dass sich mein Englisch, schon (noch) deutlich verbessert hat, seit ich in Taiwan bin! Nur eignet man sich hier den amerikanischen Akzent an (Taiwanesen stehen voll auf ‚Amerikanisch’ bloss nicht ‚Britisch’), aber da ist ja dann immer noch Jon, der mich furchtbar ausschimpft, wenn ich ‚amerikanisch’ rede! Er hat ja auch Recht, ich mag den britischen Akzent ja eigentlich auch lieber! So, und nun ist der Armin gerade nach Hause gekommen, und sagt, ich soll morgen weiterschreiben, mach ich aber nicht, hoere einfach auf, und setze das hier mal schnell ins Netz (hihi)!

Gehabt euch wohl und bis bald

BINE ;-)

 

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